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Übergabe des Bürgerantrags an Oberbürgermeister Dr. Moser: Über 520 Unterschriften für den Erhalt der Anna-Eder-Promenade

Übergabe Bürgerantrag

Nach Zählung der Aktionsgruppe Klimaentscheid haben gut 520 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Deggendorf den Bürgerantrag der Gruppe unterschrieben. Drei Vertreterinnen und Vertreter der Aktionsgruppe übergaben die Unterschriften am Montagvormittag an Oberbürgermeister Dr. Moser.

„Der Antrag fordert den Erhalt der Anna-Eder-Donaupromenade und des Landesgartenschaugeländes als Ganzes. Statt eine neue Autobrücke quer durch dieses Gelände zu planen und zu bauen, sollen Bus, Bahn und Rad als Verkehrsträger konsequent ausgebaut werden, so dass sie gut nutzbare Alternativen zum Auto werden“, erklärte Georg Kestel für die Aktionsgruppe bei der Übergabe.

Ingrid Pirgie berichtete aus zahlreichen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern, dass viele von ihnen bislang nichts oder nur vage von den Plänen für eine neue Donaubrücke gehört haben. Die Zustimmung zum Bürgerantrag sei in den Gesprächen jedoch sehr groß gewesen. „Mir liegt die Nachhaltigkeit am Herzen, also der Erhalt der aufwändig gebauten Anlagen im Gartenschaugelände, sowie die Aufrechterhaltung der einzigartigen Qualität des damals geschaffenen Erholungsraums an der Donau. Das betrifft die Promenade, das Donauspiel, die Strandbar und das gesamte Ensemble“, erklärte Pirgie. Eine neue Brücke zwischen der bestehenden Autobahnbrücke und der Strandbar würde durch erheblichen Lärm und durch die Flächenversiegelung den Freizeit- und Erholungswert des Donaugeländes deutlich einschränken.

Für die Aktionsgruppe äußerte sich auch der neu gewählte Vorsitzende der Freien Wähler in Deggendorf, Florian Romanowski: „Städte wie Passau, Regensburg, Meran und Bozen zeigen, dass der Nahverkehr einen größeren Teil des Bedarfes abdecken kann, sofern das Angebot ÖPNV von Seiten der Stadt Deggendorf zur Verfügung gestellt wird. Weiter würde der Bau eines zusätzlichen Recyclinghofes nördlich der Donau den Verkehr Richtung Fischerdorf erheblich vermindern.“

„Die Übergabe des Bürgerantrags zeigt, dass die künftige Entwicklung unseres Donaubereichs viele Menschen bewegt. Dieses Engagement und die damit verbundenen Anliegen nehme ich sehr ernst“, betont Oberbürgermeister Dr. Christian Moser. „Der Bereich der ehemaligen Landesgartenschau mit der Anna-Eder-Promenade liegt auch mir sehr am Herzen. Die Aufenthaltsqualität des Areals wollen wir auch künftig erhalten. Der Donauspielplatz Deichgärten erfordert bereits heute regelmäßige Instandhaltungsmaßnahmen und wird bis zur möglichen Fertigstellung einer neuen Donaubrücke rund 20 Jahre alt sein. Deshalb sehen wir auch hier die Chance, den Spielbereich zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Nach den bisherigen Überlegungen könnte der Spielplatz entlang der Bahnlinie etwas weiter nach Nord-Westen verlegt werden. Direkt gegenüber dem Aufgang vom Festplatz Ackerloh würde er sich künftig an einer der prominentesten Stellen des ganzen Geländes wiederfinden und bliebe ein attraktiver Treffpunkt für Familien. Ich bin überzeugt, dass eine neue Donaubrücke als Teil der geplanten Ortsumgehung Fischerdorf einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Verkehrs im Stadtteil Fischerdorf, auf der Maximilianbrücke sowie an der Kreuzung an der Friedenseiche leisten kann. Gleichzeitig eröffnet sie weitere Möglichkeiten für die künftige Entwicklung Deggendorfs auf der rechten Donauseite. Mir ist wichtig, dass wir die unterschiedlichen Interessen sorgfältig abwägen und eine Lösung finden, die Deggendorf langfristig zugutekommt. Die im Bürgerantrag angesprochenen Fragen und Argumente wie die Elektrifizierung der Bahnstrecke, die Errichtung einer Autobahnauffahrt Fischerdorf sowie ein Ausbau des ÖPNV-Angebots und der Fahrradinfrastruktur sind in den vergangenen Jahren bereits mehrfach öffentlich im Stadtrat thematisiert worden. Unabhängig von verschiedenen Einschätzungen bleibt es weiterhin unser Ziel, die Belange von Natur, Erholung, Verkehr und Stadtentwicklung verantwortungsvoll miteinander in Einklang zu bringen.“

Derzeit prüft die Verwaltung, ob der Bürgerantrag die formellen Voraussetzungen erfüllt. Über die formelle Zulassung entscheidet anschließend der Stadtrat. Wird der Bürgerantrag zugelassen, setzt sich der Stadtrat innerhalb von drei Monaten inhaltlich mit den darin enthaltenen Anregungen auseinander.

Foto: v. l. Johann Maier, Leiter des Rechtsamts der Stadt Deggendorf, Oberbürgermeister Dr. Christian Moser und die Vertreter der Aktionsgruppe Klimaentscheid Ingrid Pirgie, Georg Kestel und Florian Romanowski bei der Übergabe des Bürgerantrags

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