Die Aktionsgruppe Klimaentscheid Deggendorf startet einen Bürgerantrag zur Bewahrung der Anna-Eder-Promenade und des Donau-Gartenschaugeländes. Wir sehen das Erbe der früheren Oberbürgermeisterin, das erst vor kurzem mit der Umbenennung gewürdigt wurde, vor allem durch den geplanten Bau einer zusätzlichen Straßenbrücke zwischen Fischerdorf und Deggendorf gefährdet.
Der Bürgerantrag muss nur von einem Prozent, und damit von relativ wenigen Bürgerinnen und Bürgern unterschrieben werden.
Es geht mit den Unterschriften auch darum, ein Zeichen an die Stadträte zu geben – insofern bitten wir jeden, der unser Anliegen teilt, um seine Unterschrift!

Beim Umwelt-Aschermittwoch am 18.02.2026 wurden die ersten noch druckfrischen Unterschriftenlisten verteilt. Die Liste finden Sie hier zum Download:
Erhalt der Anna-Eder-Promenade und des Gartenschaugeländes
Der Antrag fordert zum einen, die Promenade, das beliebte Donauspiel und die Freiflächen zum Strandcafe in der heutigen Form und Qualität zu bewahren. Zum zweiten wird darin aber auch angemahnt, für den Verkehr zwischen Fischerdorf und Deggendorf alternative Verkehrsträger auszubauen.
Ausbau des Radwegenetzes
Ein Erbe der Gartenschau ist auch die Rad- und Fußweg-Brücke über die Donau. Vor allem die Anbindung dieser Brücke für den Radverkehr in die Stadt wie auch zu den Gewerbeflächen auf der rechten Donauseite kann noch erheblich verbessert werden. Ziel ist die durchgängige Sicherheit und Leichtigkeit des Radverkehrs, so dass der Weg in die Arbeit oder zur Ausbildung mit dem Rad oder dem E-Bike sicher und attraktiv wird. Aus der Reaktion der Stadtverwaltung auf den letzten Bürgerantrag wissen wir, dass diese Verbesserungen schnell erreicht werden können. Denn auf die damalige Beantragung von entsprechenden Machbarkeitsstudien wurde festgestellt, dass es keine weiteren Planungen bräuchte, weil praktisch schon alles in der Schublade liegen würde.

Radwegenetz rund um die Donaubrücke – die Anbindung der Brücke auf beiden Seiten der Donau kann und muss so verbessert werden, dass ein durchgängig ein leichter und sicherer Radverkehr möglich wird – und Rad und E-Bike als Alternative zum KFZ-Verkehr attraktiver werden. Kartengrundlagen: Webkarte Bayern: Bay. Vermessungsverwaltung 2026. Radwegnetz: Stadt Deggendorf 2024
Stärkung von Bus und Bahn (Öffentlicher Personennahverkehr) – Zusätzlicher Halt der Waldbahn in Fischerdorf
Außerdem soll nach dem neuen Bürgerantrag auch der öffentliche Personennahverkehr mit Bus und Bahn ausgebaut werden.
Denkbar und auch schon in der Stadt diskutiert worden ist z. B. ein Halt der Waldbahn in Fischerdorf. Für die „Erwirtschaftung“ der nötigen Zeitreserven für einen weiteren Halt schlagen wir die vollständige Elektrifizierung der Waldbahn vor. Wenn die tschechische Bahn ihre Gleise von Klatovy bis Bayrisch Eisenstein bis zum Jahr 2027 vollständig elektrifizieren kann, dann sollten wir das auch auf der bayerischen Seite möglich sein.
Rampen auf die A92 in Fischerdorf für den Fernverkehr
Für den (KFZ-)Fernverkehr schlagen wir die die Weiterverfolgung der Idee vor, Rampen auf die A92 neu zu errichten. Diese Idee hat der Stadtrat zwischenzeitlich übernommen. Die Stadt will die Rampen bei der Autobahnverwaltung beantragen. Die Bewältigung des Nahverkehrs mit Rad, Bahn und Bus ist auch förderlich für diesen Antrag. Denn mit der Verlagerung des Nahverkehrs weg vom Auto verbessert sich automatisch die „Fernverkehrswirksamkeit“ der Rampen, weil sich das Gesamtaufkommen verringert und der Anteil des Fernverkehrs vergrößert..
Kosteneinsparung entlastet die Steuerzahler
Ein Beweggrund für den Bürgerantrag ist nicht nur der Erhalt des ehemaligen Donau-Gartenschaugeländes und der Klimaschutz, sondern auch die Entlastung der Steuerzahler. Die umstrittene Donaubrücke wurde 2023 auf Kosten von 75 Millionen Euro geschätzt, für die Rampen rechnen wir – bei gleichen Kostenansätzen – mit nur etwa 6-7 Millionen Euro als Kosten, also mit weniger als einem Zehntel. Luft ist damit auch noch für den Ausbau des Radwegenetzes. Im Radwegkonzept wurde für das gesamte Stadtgebiet ein Aufwand von lediglich 1 bis 2 Millionen Euro geschätzt. Die Nutzen-Kosten-Verhältnisse der im Bürgerantrag vorgeschlagenen Maßnahmen sind damit überragend gut.
Wir gehen davon aus, dass der Antrag „anständig“ behandelt wird
Wir gehen davon aus, dass der Antrag anständig behandelt wird. Vor allem sollten diesmal unqualifizierte Aussagen unterbleiben, wie beim letzten Antrag von CSU-Fraktionschef Linsmeier, der uns unterstellt hat, wir würden eine S- oder U-Bahn in die Stadt fordern oder den Lieferverkehr in das Stadtzentrum unterbinden wollen.
Die Sammlung von Unterschriften ist vorerst nicht zeitlich begrenzt – der Antrag jedoch soll so oder so erst nach der Kommunalwahl am 8. März an den neuen Stadtrat eingereicht werden. Von uns aus können die Parteien, die unser Anliegen unterstützen wollen, den Antrag gern auch z. B. bei Wahlständen im Rahmen des Kommunal-Wahlkampfes mit auslegen.